Unruh (die) bezeichnet ein Organ, welches durch seine Halbschwingungen den Ablauf des Räderwerks der Uhren reguliert.

A
Monometallische oder Einmetallische Unruh aus einem einzigen Metall (Messing, Neusilber, Berylliumbronze), ungeschnitten, verwendet mit selbstkompensierender Spirale wie Elinvar (Metelinvar, Isoval, Nivarox). Die Kompensationswirkung der Unruh ist unnötig, denn die Elastizität der Spirale wird durch Temperaturschwankungen nicht oder nur sehr wenig beeinflusst.



Monometallische Unruh mit Schrauben
, Unruhring mit Schrauben, welche der Unruh ein bestimmtes Aussehen verleihen und die mühelose Aenderung des Trägheitsmomentes gestatten.

Anisotrope Unruh von R. Straumann, hergestellt aus einer anisotropen Legierung (z. B. Legierung von Zink), welche in einer Richtung gewalzt ist. Bei einer bestimmten Temperatur rund, wird die Unruh bei jeder andern Temperatur oval, was ihr Trägheitsmoment verändert. So kann sie den schwachen Einfluss der Temperatur auf die selbstkompensierende Spirale ausgleichen.

B
Gewöhnliche zweimetallische Unruh oder Kompensations-Unruh mit dem Ring a aus zwei zusammen verlöteten Metallen, Stahl und Messing, von unterschiedlichem Ausdehnungskoeffizient. In c, nahe dem Arm b geschnitten.

C
Der Ring öffnet sich, wenn die Temperatur sinkt.

D
Der Ring schliesst sich, wenn die Temperatur steigt. Das Trägheitsmoment der Unruh ändert, was den Temperatureinfluss auf die meistens stählerne Spiralfeder kompensiert. Der Ring ist mit versetzbaren Schrauben versehen, wodurch die Kompensationswirkung der Unruh verändert werden kann.

Guillaume-Unruh oder Integral-Unruh. Mit Reifen aus Anibal (Stahl-Nickel mit 42-44% Nickel) und Messing; meistens auf halber Entfernung von den Armen geschnitten, trägt Kompensationsschrauben oder -gewichtchen, welche dem Reifen entlang versetzt werden. Diese Unruh behebt den sekundären Kompensationsfehler weitgehend.

Volet-Unruh mit einmetallischem Reifen und zwei aus anderem Metall bestehenden Armen. Diese ungeschnittene Unruh wird oval, sobald sich die Temperatur verändert. Ihre Kompensationswirkung ist schwach, sie muss deshalb mit selbstkompensierender Spirale verwendet werden.

E
Unruh für Marinechronometer.

Unruh mit Hilfskompensation von Paul Ditisheim; ungeschnittene einmetallische Unruh, mit kurzen, zweimetallischen Klingen, Hilfskompensation (Stahl-Messing) (siehe Anhänger 61).

Grossuhr-Unruh, Synonym für Pendel.

Unruh-Spiralfeder. Regulierorgan der tragbaren Uhren. Vor der Erfindung der Spiralfeder bestand das Regulierorgan der Uhren bloss aus der Unruh. Die Beifügung der Spiralfeder verlieh dem Regulierorgan zwei wichtige Eigenschaften: 1) eine Nullstellung, in welche sie von sich aus zurückzukommen trachtet; 2) eine Eigenperiode.

F
Handpresse oder Spindelpresse. Häufig zum Stanzen verwendete Maschine, bestehend aus einem Ständer in Form eines umgekehrten U, zwischen dessen Schenkeln sich der Schlitten c befindet, der den Stempel trägt. Der Schlitten wird durch eine Spindel b betätigt, die an ihrem obern Ende einen Balken genannten Doppelarm e trägt, dessen Enden zwei als Kugeln bezeichnete Gewichte aufweisen. Diese Presse wird von Hand mit dem Griff g betätigt. Die Teile werden mit den beiden Spannpratzen d befestigt.

Friktionspresse, bei welcher die Kulisse durch eine grosse schwere Scheibe betätigt wird, angetrieben durch ein Friktionsrad, das durch einen Motor bewegt wird.
Pressen aller Grössen werden auf den Fussboden oder auf die Werkbank gestellt; einige davon werden über ein Pedal betätigt.

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