Am 25. Juni 2026 eröffnete im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte die neue Sonderausstellung „Grossmann200“. Sie widmet sich einem der Gründerväter der Glashütter Uhrenindustrie.
Die Ausstellung rückt Moritz Grossmann so umfassend wie nie zuvor in den Mittelpunkt und zeigt ihn als Persönlichkeit, die weit mehr war als ein begnadeter Uhrmacher. Sein Ansehen war auch drei Jahrzehnte nach seinem Tod noch so groß, dass ihm im Herzen der Uhrenstadt ein Denkmal gewidmet werden sollte. Die damaligen Entwürfe sind in der neuen Ausstellung erstmals öffentlich zu sehen.
Moritz Grossmann wurde vor 200 Jahren, am 27. März 1826, in Dresden geboren.
Er prägte die deutsche Uhrmacherei nachhaltig und trug wesentlich zu ihrem internationalen Ansehen bei. Grossmann war nicht nur ein herausragender Uhrmacher, sondern auch erfolgreicher Fabrikant, versierter Techniker, genialer Erfinder und leidenschaftlicher Lehrer.
Mit der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte schuf er eine Institution, die Wissen systematisch vermittelte und die Uhrmacherei vom Erfahrungsberuf zu einer fundierten technischen Disziplin weiterentwickelte. Seine neuartigen Werkzeuge und Messgeräte – insbesondere mit metrischen Anzeigen – setzten sich in der Uhrenfertigung durch und wurden auch in der Lehre eingesetzt.
Auch als Autor und Theoretiker hinterließ Grossmann bleibende Spuren. Seine Schriften zeigen ein tiefes Verständnis mechanischer Zusammenhänge und den Anspruch, Wissen zugänglich und überprüfbar zu machen. In Glashütte engagierte er sich zudem zeitlebens auf kommunaler Ebene – als Stadtrat, Gründungsmitglied der freiwilligen Feuerwehr und Initiator zahlreicher Vereine.
Grossmanns Verdienste blieben unvergessen
Drei Jahrzehnte nach seinem Tod sollte ihm in der Uhrenstadt ein Denkmal gesetzt werden. Das Vorhaben wurde jedoch nie realisiert. Die zehn erhaltenen Entwürfe lagerten bislang im Archiv und werden in der aktuellen Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sie zeigen, wo das Denkmal in Glashütte hätte stehen und wie es hätte aussehen können.
Mit der Gründung der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte im Jahr 1878 setzte sich Moritz Grossmann bereits zu Lebzeiten selbst ein Denkmal. Auch heute werden in dem Gebäude, das zugleich Uhrenmuseum ist, Lehrlinge ausgebildet.
Seit der Eröffnung des Deutschen Uhrenmuseums im Jahr 2008 ist dort auch die „Glashütte Original Uhrmacherschule Alfred Helwig“ ansässig, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert.
Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des Uhrenmuseums zu sehen.
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte
- Schillerstraße 3 a
- 01768 Glashütte/Sachsen
- Telefon: +49 (0) 35 053 / 46 12 102
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