Jaeger-LeCoultre präsentiert die Duometre Grande Complication A Grande Sonnerie, eine neue Interpretation des 2009 eingeführten Kalibers 182. Das Uhrwerk aus 1.300 Einzelteilen vereint 15 Komplikationen, darunter eine Grande Sonnerie mit Westminsterschlagwerk, eine Petite Sonnerie, eine Minutenrepetition, einen retrograden Ewigen Kalender und ein fliegendes Tourbillon. Die Uhr entsteht als Einzelstück.
Das Kaliber 182 der Jaeger-LeCoultre Duometre Grande Complication
Das Kaliber 182 kam 2009 mit der Hybris Mechanica A Grande Sonnerie auf den Markt. Es vereinte eine Grande Sonnerie mit Westminsterschlagwerk, den seltensten Schlagwerkmechanismus, mit einer Petite Sonnerie und einer Minutenrepetition sowie einem retrograden ewigen Kalender, einem fliegenden Tourbillon und zwei Gangreserveanzeigen. Nach Angaben von Jaeger-LeCoultre war sie damals die komplizierteste Armbanduhr, die je gefertigt wurde. Zusätzlich verfügte sie über das 2007 entwickelte Duometre System zur Steuerung des sehr hohen Energiebedarfs des Kalibers.
Aufgrund der Komplexität blieb die Stückzahl des Kalibers 182 gering. Das Zusammensetzen und Regulieren des Uhrwerks aus 1.300 Einzelteilen nimmt etwa ein Jahr in Anspruch, verteilt auf vier Phasen mit insgesamt 16.000 verschiedenen Schritten: Montage, Demontage, Korrekturen und Reinigung, gefolgt von der finalen Montage.
Die überarbeitete Version bietet 15 Komplikationen und verfügt über acht Patente, darunter sechs für Entwicklungen, die ausdrücklich dem Kaliber 182 vorbehalten sind. Ein neuntes Patent betrifft den Feineinstellungsmechanismus der Schließe am Alligatorlederband.
Jaeger-LeCoultre und das Erbe der Schlagwerke
Uhren mit Schlagwerken gehören seit über 150 Jahren zum Programm der Manufaktur. Jaeger-LeCoultre entwickelte über 200 verschiedene Kaliber mit Schlagwerken, die von einfachen Werken mit Alarmfunktion bis zu Kalibern mit Grandes Sonnerie und Westminsterschlagwerken reichen. Nach der Vollendung der ersten Minutenrepetition im Jahr 1870 wurde die Manufaktur als The Watchmaker of Watchmakers bekannt und belieferte andere Uhrenhersteller mit Schlagwerken.
Parallel arbeitete Jaeger-LeCoultre an der mechanischen Effizienz sowie an der Reinheit und Schönheit des Klangs. Dazu zählen Kathedralen-Tonfedern, der Stillklangregler, Kristalltonfedern, Trebuchet-Hämmerchen und Duplex-Tonfedern. Die Grande Sonnerie gilt als größte Herausforderung im Bereich der Schlagwerke, da sie durch das automatische Schlagen aller Stunden und Viertelstunden eine besondere Energieversorgung, Präzision und mechanische Komplexität erfordert.

15 Komplikationen im Kaliber 182
Die Fertigstellung des ursprünglichen Kalibers 182 erforderte über fünf Jahre Forschung und Entwicklung. Das Kaliber bietet drei verschiedene Varianten beim Schlagen der Zeit und verbindet den Schlagwerkmechanismus mit einem Ewigen Kalender. Dieser zeigt Datum, Monat und Wochentag retrograd auf dem Zifferblatt an, das Schaltjahr erscheint in einer digitalen Anzeige bei 12 Uhr.
Wie alle Ewigen Kalender berücksichtigt er automatisch die unterschiedliche Länge der Monate sowie die Schaltjahre. Wird das Uhrwerk regelmäßig aufgezogen, muss er bis ins Jahr 2100 nicht manuell korrigiert werden. 2100 ist ein Jahrhundertjahr, das kein Schaltjahr ist. Darüber hinaus verfügt das Kaliber über einen fliegenden Tourbillonregulator und zwei Gangreserveanzeigen, eine für jedes der beiden Hauptfederhäuser.

Zwei Energiequellen in der Jaeger-LeCoultre Duometre Grande Complication
Ein Kaliber mit Grande Sonnerie benötigt einen Gehäuseaufbau mit zwei Federhäusern. Jaeger-LeCoultre versah das Kaliber 182 deshalb mit dem 2007 entwickelten Duometre-Mechanismus. Das Konzept adressiert ein grundlegendes Problem: eine gleichmäßige Energieversorgung für die präzise Zeitmessung zu sichern und gleichzeitig Komplikationen zu integrieren, die zusätzliche Energie benötigen.
Der Duometre-Mechanismus bietet zwei Federhäuser mit jeweils einem separaten, unabhängigen Räderwerk, die in einem einzigen Kaliber eingebettet und mit einem einzigen Regulierorgan verbunden sind. Beim Kaliber 182 versorgt eines der Federhäuser das Räderwerk für die Uhrzeit- und Kalenderanzeigen, während das andere seine Energie an die Schlagwerkfunktionen weiterleitet.
Das Federhaus für Zeitmessung und Kalenderfunktionen bietet eine Gangreserve von 48 Stunden. Das Federhaus für das Schlagwerk liefert im Grande Sonnerie-Modus Energie für 616 Töne, was einer fortlaufenden Melodie von sieben Stunden und 30 Minuten entspricht, und im Petite Sonnerie-Modus für maximal 992 Töne, was 32 Stunden entspricht.
Das Schlagwerk der Jaeger-LeCoultre Duometre Grande Complication A Grande Sonnerie
Minutenrepetitionen und die meisten Schlagwerke verfügen über zwei Tonfedern. Das Kaliber 182 ist mit vier Tonfedern und vier Hämmerchen ausgestattet und kann folglich vier verschiedene Töne in unterschiedlichen Reihenfolgen erklingen lassen, wie beim Westminsterschlag, der Melodie des Big Ben. Bei der Grande Sonnerie und der Petite Sonnerie lässt Jaeger-LeCoultre zuerst die Melodie der Viertelstunden und anschließend die der Stunden erklingen. Die Minutenrepetition schlägt wie gewohnt erst die Stunden, dann die Viertelstunden und schließlich die Minuten.
616 Töne und sieben Stunden Melodie
Jede der vier Tonfedern lässt eine Note erklingen: E, C, D und G. Diese werden in fünf Sätzen aus verschiedenen Permutationen gespielt, die anschließend unterschiedlich kombiniert werden, damit jede Viertelstunde eine eigene Melodie erhält. Die erste Viertelstundenmelodie umfasst vier Töne, also einen Satz, die zweite acht Töne aus zwei Sätzen und die dritte zwölf Töne aus drei Sätzen. Die Stundenmelodie im Grande Sonnerie-Modus besteht aus sechs Sätzen mit jeweils vier Tönen und damit aus 24 Tönen. Nach Angaben der Manufaktur ist das eine der längsten Grande-Sonnerie-Melodien, die je von einer Armbanduhr gespielt wurde.
Bei der technischen Weiterentwicklung des Kalibers 182 lag ein Schwerpunkt auf der Qualität der geschlagenen Melodien. Die Form der Tonfedern ist entscheidend für die Reinheit des Klangs und für die Resonanzfrequenz des Schlags. Die Tonfedern wurden verlängert, um ihre Resonanz zu erhöhen, zudem besser befestigt und gestimmt sowie in ihrer Form verändert. Der innere Gehäusekorpus und die Lünette auf dem Boden bestehen nun aus Titan. Nach Angaben von Jaeger-LeCoultre verleihen diese Veränderungen dem Klang mehr Stärke und Tiefe.
Jeder geschlagene Ton ist ein Akkord, und jeder Akkord besteht aus einem Grundton, der von anderen Tönen begleitet wird. Gewöhnlich kann ein Uhrmacher beim Stimmen der Tonfedern nur den Grundton verändern. Durch eine Neuerung bei der Form der Tonfedern lassen sich beim Kaliber 182 sowohl der Grundton als auch die sechs anderen Töne des Akkords regulieren.

Mechanismen und Bedienung der Jaeger-LeCoultre Duometre Grande Complication
Das funktionale Herz jeder Uhr mit Schlagwerk ist das System, das die Informationen sammelt. Es besteht aus Bauteilen wie Rechen und Schaffelscheibe, die die Position der Stunden- und Minutenzeiger in die entsprechende Anzahl Schläge übertragen. Beim Kaliber 182 steuern zwei Hauptmechanismen die Schlagsequenzen und Melodien.
Der tour d’entraînement de sonnerie oder Schlagsequenzregler ist ein turmförmig aufgebauter Mechanismus, der die mechanische Information an die Rechen weiterleitet, damit diese die richtige Sequenz schlagen. Er ist auf der Zifferblattseite zwischen 8 und 9 Uhr sichtbar, besteht aus 22 Einzelteilen und ist 6,04 mm hoch.
Ein zweiter Turmmechanismus, von den Uhrmachern der Manufaktur tour infernale genannt, steuert die sechs Permutationen der vier Noten, aus denen sich die verschiedenen Melodien ergeben. Fünf übereinander liegende Schaffelscheiben versorgen die Rechen mit der Information, welche Viertelstundenmelodie im Grande Sonnerie- oder Petite Sonnerie-Modus geschlagen werden muss. Zudem geben sie die Anzahl der Stunden und Minuten vor, die im Minutenrepetitionsmodus geschlagen werden.

Sicherheitsmechanismus und Drücker
Da Schlagmechanismen empfindlich sind und durch falsche Handhabung beschädigt werden können, erhielt das Kaliber 182 einen Auswahlmechanismus. Dieser stellt sicher, dass der gewählte Modus die anderen Modi ausschaltet. Ablesbar ist der gewählte Modus auf dem Zifferblatt bei 6 Uhr: M für mise à l’heure, also die Zeiteinstellung, sowie G für Grande Sonnerie, P für Petite Sonnerie und S für Silence. Im Silence-Modus werden die automatischen Schläge lautlos gestellt, die Minutenrepetition lässt sich auf Wunsch aktivieren.
Bei der neuesten Version des Kalibers 182 kommt ein neuer Sicherheitsmechanismus für den Minutenrepetitionsmodus hinzu. Er verhindert, dass der Nutzer den Schlag erneut aktiviert, bevor der Mechanismus nach Vollendung der vorherigen Schlagfrequenz wieder auf Anfang gestellt ist.
Die Bedienung der Komplikationen erfolgt über drei Drücker. Zwei befinden sich an der Gehäuseseite, der dritte ist in die Krone integriert. Das Kaliber 182 versorgt die Minutenrepetition direkt aus dem Uhrwerk mit Energie. Deswegen wird sie nicht über einen traditionellen Schieber am Gehäusemittelteil gesteuert, der die Feder der Repetition aufzieht, sondern über einen Drücker in der Krone.
Der Drücker unterhalb der Krone dient zum Auswählen des Schlagwerkmodus. Auch die traditionellen Kronenfunktionen laufen über diese Funktionsauswahl und nicht über das Ziehen der Krone in verschiedene Positionen. Zum Aufziehen wählt der Nutzer S, damit die automatischen Schlagwerksfunktionen deaktiviert sind, zum Einstellen der Uhrzeit den Modus M. Der Drücker oberhalb der Krone dient zur Korrektur der Tagesanzeige des Ewigen Kalenders. Die Korrekturdrücker für Monat und Datum befinden sich zwischen den Bandanstößen bei 12 Uhr.
Zifferblatt der Jaeger-LeCoultre Duometre Grande Complication A Grande Sonnerie
Das Zifferblatt ist stärker skelettiert als das des Vorgängers und gewährt mehr Einblick in den Mechanismus. Der Durchmesser des Zifferblatts für Stunden, Minuten und die Kalenderanzeigen wurde um 30 Prozent vergrößert, um die Ablesbarkeit zu verbessern und der Komposition mehr Ausgewogenheit zu verleihen.
Die Hauptzifferblattseite und das Zifferblatt für Stunden, Minuten und Kalenderanzeigen sind mit dunklem graublauem Lack versehen und bilden einen Kontrast zu den beweglichen Teilen und den Elementen in Rotgold. Rotgold findet sich insbesondere auf den fünf Rechen und ihren Federn, die zwischen 10 und 11 Uhr auf dem Hauptzifferblatt sichtbar sind. Die Mitte des Stunden- und Minutenzifferblatts trägt einen gebürsteten Sonnenschliff mit Lackbeschichtung. Auf dem äußeren Ring bildet ein guillochierter Sonnenschliff mit dunkelblau abgestufter Lackschicht den Hintergrund für die applizierten Indexe aus 18 Karat Rotgold.
Am Zifferblattrand zwischen 7 und 11 Uhr liegt die bogenförmige retrograde Datumsanzeige aus lasergraviertem Rotgold. Die retrograde Wochentags- und Monatsanzeige ziert als Lasergravur den inneren Rotgoldring auf dem Stunden- und Minutenzifferblatt, jeweils angezeigt durch einen kleinen goldenen Pfeil. Die beiden Gangreserveanzeigen sind skelettiert. Die Schaltjahresanzeige bei 12 Uhr ist symmetrisch auf die Schlagwerkmodusanzeige bei 6 Uhr abgestimmt.

Finissierung und Gehäuse
Auf der Rückseite gibt der Saphirglasboden den Blick auf das fliegende Tourbillon frei. Das Uhrwerk trägt neun verschiedene Finishs: Sandstrahlen, Perlieren, Wendelschliffe, manuelles Anglieren, versenkte Lagersteine und Schrauben, Genfer Streifen, Flachpolieren, lineares Bürsten und kreisrundes Bürsten. Für das Anglieren von 251 Einzelteilen werden 87 Stunden aufgewendet.
Das Grande Tradition Gehäuse besteht aus 60 Einzelteilen. Es vereint einen Gehäusekorpus aus Titan mit Elementen aus 18 Karat Rotgold (750/1000), darunter die Bandanstöße, die Lünette und die Drücker. Die Rotgoldteile sind mikrosandgestrahlt und poliert. Der Gehäusedurchmesser beträgt 45 mm. Dazu kommt ein schwarzes Alligatorlederband mit der Faltschließe der Hybris Serie, die über einen patentierten Mechanismus zur Feineinstellung verfügt.
Die Duometre Grande Complication A Grande Sonnerie stützt sich auf ein Vermächtnis aus über 200 verschiedenen Schlagwerken, die in den vergangenen 150 Jahren entwickelt wurden.

Die technischen Features der Jaeger-LeCoultre Duometre Grande Complication A Grande Sonnerie
- Werk: Manufakturkaliber 182, Handaufzug, skelettiert, 1.300 Einzelteile, zwei Federhäuser, fliegendes Tourbillon, Gangreserve 48 Stunden für Uhrzeit und Kalenderfunktionen, 7,5 Stunden fortlaufender Schlag im Grande Sonnerie-Modus (616 Töne), 32 Stunden fortlaufender Schlag im Petite Sonnerie-Modus (maximal 992 Töne), acht Patente sowie ein weiteres Patent für die Schließe
- Funktionen: Stunden, Minuten, Grande Sonnerie mit Westminsterschlagwerk, Petite Sonnerie, Minutenrepetition, Ewiger Kalender mit retrogradem Datum, retrogradem Wochentag, retrogradem Monat und digitaler Schaltjahresanzeige, zwei Gangreserveanzeigen, Schlagwerkmodusanzeige
- Gehäuse: 18 Karat 5N Rotgold mit innerem Korpus aus Titan, 60 Einzelteile, Abmessungen 45 mm x 16,16 mm, Boden aus Saphirglas
- Zifferblatt: skelettiert, guillochierter Sonnenschliff mit blaugrauer Lackbeschichtung, Zifferblatt für Uhrzeit und Kalender in dunklem blaugrauem Lack mit Farbverlauf und Segmenten mit gebürstetem Sonnenschliff, applizierte Indexe aus 18 Karat Rotgold
- Armband: schwarzes Alligatorlederband mit Faltschließe aus 18 Karat Rotgold und Mechanismus zur Feineinstellung
- Referenz: Q603H480
- Limitierung: Einzelstück
Einen Preis nennt Jaeger-LeCoultre für die Duometre Grande Complication A Grande Sonnerie nicht.
Weiterführende Informationen auf der ⇒ Jaeger-LeCoultre-Webseite
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