Ulysse Nardin stattet den Freak One erstmals mit einer emaillierten Stundenscheibe aus. Der Freak One Blue Enamel kombiniert eine von Hand blau emaillierte, guillochierte Weißgoldscheibe mit einem 44-mm-Gehäuse aus Titan und ist auf 99 Exemplare limitiert.
Ulysse Nardin Freak: 25 Jahre Uhr ohne Zifferblatt
Als Ulysse Nardin 2001 den Freak vorstellte, fehlte ihm alles, was eine Armbanduhr bis dahin ausmachte: Zifferblatt, Zeiger und Krone. Stattdessen drehte sich das Uhrwerk selbst, um die Zeit anzuzeigen. Entworfen hatte ihn Dr. Ludwig Oechslin, Mathematiker, Astronom und Uhrmacher. Der Freak war zudem die erste mechanische Uhr, in der Silizium zum Einsatz kam, ein Material, das seither in der gesamten Branche Verbreitung gefunden hat. Die Kollektion hat im Laufe der Jahre mehr als 35 Patente hervorgebracht und dient der 1846 gegründeten Manufaktur als Versuchsplattform am Handgelenk.
Der Freak One kam 2023 auf den Markt und führt die ursprüngliche Architektur mit den aktuellen technischen Entwicklungen von Ulysse Nardin zusammen. Im selben Jahr erhielt er beim Grand Prix d’Horlogerie de Genève (GPHG) den Preis in der Kategorie „Iconic Watch“. Mit dem Freak One Blue Enamel feiert Ulysse Nardin 2026 zugleich 180 Jahre Firmengeschichte und 25 Jahre Freak.

So liest man die Zeit am Ulysse Nardin Freak One Blue Enamel ab
Karussell als Minutenzeiger
Beim Freak One Blue Enamel übernimmt das Manufakturkaliber UN-240 selbst die Zeitanzeige. Das orbitale fliegende Karussell dreht sich einmal in 60 Minuten um das Zentrum und fungiert damit als Minutenzeiger. Da eine stützende obere Brücke fehlt, wirkt der Mechanismus, als würde er schweben. Ein anderer Teil des Werks dreht sich in 12 Stunden und dient als Stundenzeiger. Rund 95 Prozent der Werkskomponenten sind ständig in Bewegung.
Stundenscheibe statt Zifferblatt
An die Stelle des Zifferblatts tritt eine große Federhausabdeckung, die Ulysse Nardin Stundenscheibe nennt. Sie dreht sich einmal in zwölf Stunden, ein kleiner Pfeil markiert die aktuelle Stunde. Beim Freak One Blue Enamel wird diese Scheibe 2026 erstmals mit Métiers d’Art veredelt.

Freak One ohne Krone: Stellen über die Lünette
Eine Krone besitzt der Freak One nach wie vor nicht. Zum Einstellen der Zeit löst man die Sperre bei 6 Uhr und dreht die bidirektionale Lünette. Diese wurde für die Edition 2026 nach dem Vorbild des Super Freak überarbeitet: Ihre Geometrie ist weicher und besitzt weniger Kerben, der kontrastreiche Auftritt des Freak bleibt erhalten. Aufgezogen wird die Uhr über den Gehäuseboden. Dreht man ihn gegen den Uhrzeigersinn, gelangt die Energie über die Basis des Grinder-Aufzugs direkt ins Federhaus.

Die Technik im Ulysse Nardin Freak One Blue Enamel
Grinder-Automatikaufzug
Um ein Werk dieser Komplexität zuverlässig mit Energie zu versorgen, setzt Ulysse Nardin auf das patentierte Grinder-System. Es wandelt auch kleinste Handbewegungen in Energie um. Die Schwungmasse ist über vier jeweils 0,12 mm dünne Hebel mit einem Rahmen verbunden. Dadurch verdoppelt sich laut Hersteller die pro Winkeleinheit gewonnene Energie im Vergleich zu herkömmlichen Aufzügen, vergleichbar mit einem Fahrrad, das vier statt zwei Pedale besitzt. Das Kaliber UN-240 erreicht so eine Gangreserve von 90 Stunden.

Silizium und DIAMonSIL im Freak One
Unruh und Spiralfeder des Freak One Blue Enamel bestehen aus Silizium, das leicht, flexibel, reibungsarm und amagnetisch ist. Hemmungsrad und Anker sind aus DIAMonSIL gefertigt, einer 2007 von Ulysse Nardin patentierten diamantbeschichteten Siliziumstruktur. Die Hemmung ist darauf ausgelegt, die jährlich mehr als 185 Millionen Impulse zu verkraften und Reibung sowie Stößen standzuhalten. Entwickelt und produziert werden diese Bauteile bei SIGATEC, dem Silizium-Labor von Ulysse Nardin in Sion.
Jeder Freak One wird in den Werkstätten von Ulysse Nardin von einem einzigen Uhrmacher komplett montiert. Das Kaliber besteht aus 229 Komponenten.

Das Email der Ulysse Nardin Freak One Blue Enamel
Donzé Cadrans: das Email-Atelier von Ulysse Nardin
Die Emaillierung übernimmt Donzé Cadrans, das hauseigene Email-Atelier von Ulysse Nardin. Email-Meister Francis Donzé gründete die Werkstatt 1972 in Le Locle, 2011 übernahm Ulysse Nardin das Atelier. Es gilt als älteste Email-Werkstatt der Schweizer Uhrenindustrie und als eine der letzten, die die traditionellen Techniken beherrschen. Die Emailkunst selbst wird seit über 3000 Jahren praktiziert.
Emaillierte Stundenscheibe aus Weißgold
Beim Freak One Blue Enamel ist die Emaillierung technisch besonders anspruchsvoll, denn die rotierende Stundenscheibe ist ein funktionales, mehrfach verschraubtes Bauteil des Uhrwerks. Gefertigt ist sie aus Weißgold, das wegen seiner thermischen Stabilität der Hitze des Brennofens standhält. In die Oberfläche ist ein Sonnenstrahlmuster guillochiert, das als Flinqué-Untergrund die Tiefe des transluzenten Emails verstärkt und die Drehbewegung des Karussells aufgreift.

Für das Email werden rohe Glassplitter gewaschen, von Hand zu feinem Pulver gemahlen und zu einer Pigmentpaste verarbeitet. Diese wird mit dem Pinsel aufgetragen und bei rund 800 °C gebrannt. Mit jeder Schicht gewinnt das Email an Tiefe und Leuchtkraft. Eine Blase, ein Riss oder ein anderer Makel bei einem der Brennvorgänge macht die Scheibe unbrauchbar. Ist die gewünschte Farbtiefe erreicht, wird die Scheibe von Hand poliert. Das tiefe Blau verstärkt den Kontrast der Anzeige und rückt das fliegende Karussell im Zentrum in den Vordergrund.

Ulysse Nardin Freak One Blue Enamel erstmals in Titan
Erstmals stellt Ulysse Nardin den Freak One in einem 44 mm großen Gehäuse vor, das vollständig aus Titan gefertigt ist. Gehäuse und Lünette sind satiniert und sandgestrahlt, der Gehäuseboden besitzt ein Saphirglas. Das Titan betont den technischen Charakter der Uhr und hält das Gewicht niedrig. Getragen wird der Freak One Blue Enamel an einem integrierten weißen „ballistic“-Kautschukband mit Struktur und einer Faltschließe aus grauem Titan.

Die technischen Features der Ulysse Nardin Freak One Blue Enamel
- Referenz: 2403-500LE-3AE-BLUE/3A
- Werk: Manufakturkaliber UN-240, Automatik mit Grinder-Aufzug (Blades-Technologie), fliegendes Karussell, das um die eigene Achse rotiert, übergroße Siliziumunruh und Siliziumspiralfeder, DIAMonSIL-Hemmung (Hemmungsrad und Anker), rhodinierte Brücken, 229 Komponenten, 15 Lagersteine, 3 Hz (21.600 A/h), Gangreserve 90 Stunden
- Funktionen: Stunden, Minuten; Stunden- und Minutenanzeige mit weißem Super-LumiNova; Zeiteinstellung über die bidirektionale Lünette, Aufzug über den Gehäuseboden
- Gehäuse: Titan, satiniert und sandgestrahlt, Lünette aus satiniertem und sandgestrahltem Titan, Durchmesser 44 mm, scheinbare Höhe 12,00 mm, effektive Bauhöhe 13,30 mm, Gehäuseboden aus Titan mit Saphirglas, wasserdicht bis 30 Meter
- Stundenscheibe: guillochierte Weißgoldscheibe mit Sonnenstrahlmuster, von Donzé Cadrans von Hand blau emailliert
- Armband: integriertes weißes „ballistic“-Kautschukband mit Struktur, Faltschließe aus grauem Titan
- Limitierung: 99 Exemplare
Die Ulysse Nardin Freak One Blue Enamel kostet in Deutschland 80.350 Euro.
Weiterführende Informationen auf der ⇒ Ulysse-Nardin-Webseite
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