Das Junghans Terrassenbau Museum zeigt aktuell die gerade eröffnete Sonderausstellung „Junghans Armbanduhren – Meilensteine der Uhrengeschichte“.
Diese Ausstellung dokumentiert in einer spannenden Inszenierung eines der bedeutendsten Kapitel der Junghans-Firmengeschichte. Während in der ständigen Ausstellung Großuhren dominieren, rückt die neue Schau nun die Armbanduhr in den Mittelpunkt. Vom frühen mechanischen Chronometer bis zur designprämierten Funkuhr zeigt die Ausstellung eindrucksvoll, wie Junghans das Tragen der Zeit am Handgelenk geprägt hat – technologisch wie gestalterisch.
Junghans: eine Zeitreise durch die Uhrengeschichte
Im Sonderausstellungsraum erwartet die Besucher eine Zeitreise durch nahezu ein Jahrhundert Uhrengeschichte. Präsentiert werden Modelle aus den Jahrzehnten von den 1920er- bis in die 2010er-Jahre – jede Uhr ein Spiegel ihrer Zeit. Meilensteine der Uhren- und Firmengeschichte werden sichtbar. 1951 war Junghans mit einem Weltmarktanteil von 15 Prozent Deutschlands größter Hersteller von Chronometern. 1957 folgte mit dem Kaliber J83 das erste selbst entwickelte Automatik-Chronometerkaliber. Alle Chronometerwerke waren übrigens mit der von Junghans entwickelten Stoßsicherung ausgestattet.
Zwischen 1949 und 1956 meldete das Unternehmen ganze 852 Patente an – ein eindrucksvoller Beleg für die Innovationskraft und den Erfindergeist der Schramberger Uhrmacher. Imposant ist auch die Zahl der Exponate:
Die Ausstellung umfasst rund 370 Uhren, neben den historischen Kollektionsmodellen finden sich auch einzelne Prototypen und Vorserienmodelle.
Im Ausstellungsraum erfahren Besucher auch vieles über die Kompetenz von Junghans in Sachen Sportzeitmessung.

Die Schramberger haben in der Vergangenheit bei international bedeutenden Sportereignissen die gesamte Zeitmessung chronometriert. Damit ist aber bei weitem nicht Schluss. Die Ausstellung wird in weiteren Räumen des Terrassenbaus fortgesetzt, wo man sich speziellen Themen widmet.
Beherrschung aller Antriebstechnologien
Junghans beherrscht wie kaum ein anderes Unternehmen alle Antriebstechnologien der Zeitmessung: Mechanik, Quarz, Funk und Solar. Dabei verfolgt das Unternehmen seit jeher ein Ziel – höchste Präzision. Ob mechanischer Chronometer, quarzgesteuerter Zeitmesser oder funkgesteuerte Solaruhr – technische Exzellenz bleibt der Anspruch.
Unter den Highlights der Ausstellung finden sich deshalb auch Chronographen, Armbandwecker und andere technisch wegweisende Modelle, die den Pioniergeist von Junghans eindrucksvoll dokumentieren.
Zu den Meilensteinen gehören neben den erwähnten Mechanik-Chronometern das erste elektronische Uhrwerk aus dem Jahr 1967, 1971 folgte die erste Junghans-Quarzuhr. Weitere Premieren folgten Schlag auf Schlag: 1987 präsentierte Junghans die erste solarbetriebene Armbanduhr, 1990 folgte die erste Funkarmbanduhr, weitere drei Jahre später wurden beide Technologien miteinander kombiniert. 2004 präsentierte die Uhrenfabrik schließlich die Multifrequenz-Funkuhr, die Zeitzeichensignale in Europa, Japan und den USA empfängt. Angesichts dieser Hightech-Entwicklungen – und auch aufgrund der Marktanforderungen – spielte die Mechanik zwischenzeitlich keine Rolle. Seit 2005 wieder mechanische Armbanduhren, die heute einen Anteil von rund 70 Prozent des Sortiments darstellt.

Junghans und die Beherrschung der Gehäusematerialien
Auch bei den verwendeten Gehäusematerialien zeigt sich die Entwicklungsvielfalt von Junghans: Während zu Beginn verchromte und vergoldete Messinggehäuse Standard waren, kamen in den 1970er-Jahren die ersten Edelstahlgehäuse in Einsatz, die in den 1980er- Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewannen. Seltener waren Aluminiumgehäuse. Für Einsteigermodelle wurde glasfaserverstärkter Kunststoff verwendet. Seit den 1990er-Jahren finden sich in ausgewählten Modellen auch Gehäuse aus Hightech-Materialien wie Titan, Carbon oder Keramik – ein Ausdruck des steten Strebens nach Innovation und Qualität.
Junghans: Design aus eigenem Haus
Die Ausstellung würdigt auch die große gestalterische Kompetenz von Junghans. Das Unternehmen verfügt über eine eigene Designabteilung, die sämtliche Modelle von Grund auf entwirft – vom ersten Bleistiftstrich bis zur finalen Umsetzung. Exemplarisch erwähnt werden sollen hier die Linie Meister sowie die weltweit bekannte Linie max bill, entworfen nach der Vision des Bauhaus-Schülers Max Bill. Darüber hinaus kreiert Junghans auch individuelle Designs für Industriepartner – ein weiteres Zeugnis der gestalterischen Vielseitigkeit des Hauses.
Menschen und Junghans
Zum Abschluss schlägt die Ausstellung einen sehr persönlichen Ton an – mit Geschichten und Porträts von Trägerinnen und Trägern, die eine besondere Verbindung zu Junghans pflegen. Zum Beispiel der – leider verstorbene – einstige deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble, der ein großer Fan der Junghans-Funkuhrentechnik war und bei der Vorstellung der ersten Funk-Solaruhr im Jahr 1993 sprach.
Auch Papst Benedikt XVI. trug Junghans. Er besaß ein Mechanik-Modell aus den 1970er-Jahren, das er dem Vernehmen nach von seiner Schwester bekommen hat. Im Jahr 2010 überreichte CDU-Politiker Volker Kauder dem Pontifex eine weitere Uhr aus dem Schwarzwald. Dabei handelte es sich um eine Erhard Junghans Tempus Automatic, die auf dem Gehäuseboden eine eingravierte „16“ und eine Widmung zur Erinnerung an den Besuch im Vatikan trägt. Wobei dieses Geschenk aus kirchenrechtlichen Gründen nie dem Papst persönlich gehörte, sondern im Besitz des Vatikans war und ist.
Des Weiteren werden besondere Stücke aus dem Besitz der Junghans-Inhaber Dr. Hans-Jochem Steim und Hannes Steim gezeigt. Ergänzt wird die Schau durch Beiträge weiterer Sammler und Uhrenliebhaber, die mit ihrer Leidenschaft ein lebendiges Kapitel Junghans-Geschichte schreiben.
Eine Sonderausstellung, die für Uhrenliebhaber ein guter Grund für einen Besuch des Junghans Terrassenbau Museum sein dürfte.
Weiterführende Informationen unter diesem Link: https://www.junghans-terrassenbau-museum.de/
Führungen nur auf Anfrage: anfragen@junghans-terrassenbau-museum.de
Pauschalpreis: 50,00 Euro (+ Eintritt)
max. Personenzahl 25 je Gruppe.
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