Die Geschichte der Memovox: Tonangebende Zeitanzeige seit 1950

Die Geschichte der Memovox: Tonangebende Zeitanzeige seit 1950

Die legendäre Memovox  von Jaeger-LeCoultre ging 1950 in die Geschichte der Uhrmacherkunst ein. Sie bildete zugleich den Auftakt zu einer langen Reihe mechanischer Uhren mit Weckfunktion. Man war im Vallée de Joux also bereits lange vor der Entwicklung von SmartPhones und SmartWatches in der Lage mechanische Armbanduhren mit einer Weck- bzw. Erinnerungsfunktion auszustatten. Machen Sie mit uns eine kurze Zeitreise in die lange Geschichte eines Uhren-Klassikers.

Memovox erinnert, benachrichtigt, weckt.“ So lautete ein Werbespruch, der bereits im Jahr 1950 die von Jaeger- LeCoultre neu vorgestellte Uhr und ihre Vorteile anpries.

 

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Die Memovox Polaris von 1968 diente der Grande Maison als Inspiration zu ihrer neuen Jaeger-LeCoultre Polaris Kollektion. Sie greift das Erscheinungsbild des historischen Modells auf und interpretiert es in verschiedenen Modelle und Funktionen neu.

Während des Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegsjahre war die Memovox – die Stimme der Erinnerung – für Geschäftsleute entwickelt worden, um sie mithilfe der Weckfunktion an ihre Termine zu erinnern. Mit ihren klaren, klassischen Linien und einer zusätzlichen Krone zur Bedienung der Weckfunktion hob sich die mechanische Uhr mit Handaufzug von anderen ab. Und es war exakt diese Uhr, die 1953 von der Regierung des Schweizer Kantons Waadt, in dem sich die Manufaktur Jaeger-LeCoultre befindet, Charlie Chaplin als Geschenk überreicht wurde.

 

Memovox Automatic

Die Geschichte der Jager-LeCoultre Memovox1956 ergänzte Jaeger-LeCoultre seine Memovox Linie um eine erste Automatikuhr mit Weckfunktion. Seitdem hat dieses Modell eine ganze Reihe an Uhren inspiriert. Drei Jahre nach ihrer Entwicklung erweiterte Jaeger-LeCoultre die Zielgruppe der Memovox. Man hatte bei Jaeger-LeCoultre erkannt, dass die anfangs nur für Geschäftsleute gedachte Uhr sich mit ihrem Automatikwerk auch ideal für Abenteurer und Sportler unterschiedlichster Disziplinen eignete. Dies beweist eine Werbung aus den 1970er- Jahren, auf der die damals ganz neu entworfene Concorde und ein dynamischer Slogan zu sehen waren: „Memovox, geschaffen für den aktiven Mann.“

 

Memovox Worldtime und Memovox Parking

Memovox Worldtime

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums von Jaeger-LeCoultre wurden zwei neue Modelle vorgestellt. Die Memovox Worldtime zeigt auf einen Blick die Uhrzeit in allen Zeitzonen der Welt an. Die Memovox Parking ihrerseits misst die Parkdauer Ihres Fahrzeugs und warnt Sie, wenn die Parkuhr abgelaufen ist. Auf diese Idee musste man erst einmal kommen!

 

Memovox Deep Sea

Die Geschichte der Jager-LeCoultre Memovox

Im Jahr 1959 präsentierte Jaeger-LeCoultre die Memovox Deep Sea mit dem Automatikkaliber 815. Es handelte sich um die weltweit erste Taucheruhr, die über eine Alarmfunktion verfügte. An diesem Modell diente die Funktion jedoch nicht länger zum morgendlichen Wecken oder als Erinnerung an einen wichtigen Termin, sondern sollte die Sicherheit der Taucher gewährleisten.

 

Memovox Polaris

Nur sechs Jahre später erschien die Memovox Polaris, ausgestattet mit dem Kaliber Jaeger-LeCoultre 825. Die Idee für die Memovox Polaris entstand 1962 im Kontext der Tiefseeforschung, zu einer Zeit, als sich die Menschen für unterschiedlichste Forschungen und Entdeckungen begeisterten, vom Weltraum über die großen Tiefen der Weltmeere bis zu den Polen.

1963 wurde eine vorläufige Serie mit einer Auflage von 50 Exemplaren eingeführt. Das neue Gehäuse war mit einem großzügigeren Durchmesser von 42 mm für die damalige Zeit recht groß, sollte so aber für eine bessere Ablesbarkeit sorgen.

Die Geschichte der Memovox: Memovox Polaris 1123341

Eine weitere wichtige Entwicklung betraf die Weckfunktion. Die Entwickler der Memovox Polaris hatten sich große Mühe gegeben ein System auszuarbeiten, das den Alarm unter Wasser laut klingeln ließ. Um zu vermeiden, dass der Alarm durch den Kontakt der Uhr mit dem Neoprenanzug des Tauchers gedämpft würde, wurde ein Gehäuse mit dreifachem Boden entwickelt. Der erste Boden aus Bronze sorgte für die Resonanz. Ein zweiter, wasserdichter Boden schützte die Mechanik vor dem Eindringen von Wasser. Der dritte Boden mit 16 Öffnungen sorgte schließlich dafür, dass der Klang unter Wasser gut zu hören war.

Die bis 200 m wasserdichte sowie Stößen und Magnetfeldern gegenüber unempfindliche Memovox war darüberhinaus mit einer drehbaren Lünette ausgestattet. Diese befand sich jedoch nicht länger außen, sondern innen und ließ sich über eine dritte Krone bedienen.

Die Geschichte der Memovox Memovox Polaris

1968 entwarf Jaeger-LeCoultre ein neues, sportlicheres Zifferblatt für diese Uhr. Ihre Ziffern, die nun trapezförmig designten Stundenindizes sowie das kleine Dreieck zur Anzeige der Weckzeit waren mit Tritium® beschichtet und auch die stabförmigen Zeiger waren mit lumineszierendem Material überzogen.

2018, fünfzig Jahre später, hat dieses Design die Kunsthandwerker der Grande Maison zur Kreation einer neuen Kollektion inspiriert: der Jaeger-LeCoultre Polaris.

 

Memovox Polaris II

Die Geschichte der Memovox: Memovox Polaris II

Im Jahr 1971 erschien eine Weiterentwicklung des Modells, die Memovox Polaris II, die mit den neuesten technischen Errungenschaften ausgestattet war. Ihr Kaliber 916 gehörte zu einer Generation von automatischen Hochfrequenzkalibern, die ab 1970 von Jaeger-LeCoultre entwickelt wurden. Dank ihrer Unruh mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde setzte die Uhr neue Maßstäbe bei der Präzision. Die Innovation erstreckte sich ebenfalls auf den Aufzugmechanismus mit einer Schwungmasse, die frei in beide Richtungen um ihre Achse schwingen konnte, um das Uhrwerk aufzuziehen. Das Kaliber erwies sich als derart leistungsstark, dass es als Grundlage für die Entwicklung des aktuellen Kalibers 956 der Master Compressor Memovox diente.

 

Master Control Memovox und Master Grande Memovox

Die Geschichte der Memovox: Master Control Memovox

Im Jahr 1998 wurde die Master Control Memovox eingeführt, angetrieben von dem Kaliber 914. Die Leistung und Zuverlässigkeit dieser Uhr wurden in einer tausend Stunden dauernden Testreihe, dem „1.000 Hours Control“-Test, unter Beweis gestellt.

Die Geschichte der Memovox: Master Grande Memovox

Zwei Jahre später erschien die Master Grande Memovox Caliber 909-440/2, die über einen Ewigen Kalender, eine Mondphasenanzeige und eine aufgehängte Tonfeder anstelle des üblichen Resonanzbodens der klassischen Memovox Modelle verfügte.

 

Master Compressor Memovox

Das Jahr 2002 war geprägt von der Einführung der Master Compressor Memovox, die für die Erfolgsgeschichte der Memovox das krönende Highlight darstellt. Als Hommage an die eindrucksvolle Entwicklungsgeschichte der Memovox Polaris führte Jaeger-LeCoultre im Jahr 2008 zwei limitierte Serien der Memovox Tribute to Polaris ein: die Modelle „1965“ und „1968“.

Die Geschichte der Memovox: Master Compressor Memovox

Auch diese beiden Modelle der Memovox Tribute to Polaris blieben der Philosophie und der Ästhetik ihrer Vorgänger treu. Trotzdem verfügten sie über die neuesten technischen Innovationen von Jaeger-LeCoultre, um zeitgemäßen Ansprüchen hinsichtlich Präzision, Robustheit und Zuverlässigkeit gerecht zu werden. So verfügt beispielsweise das Kaliber Jaeger-LeCoultre 956 über eine Alarmvorrichtung mit einer am Gehäuseboden aufgehängten Tonfeder. Das Lager der Schwungmasse besteht aus Keramikkugeln, die weder Schmiermittel benötigen, noch gewartet werden müssen. Das Gehäuse ist mit einem wasserdichten Boden ausgestattet, der weiterhin als Resonanzkörper dient und mit einem äußeren Boden mit 16 runden Öffnungen das ursprüngliche Design aufgreift.

Die Geschichte der Memovox: Master Memovox International

Master Memovox Tribute to Deep Sea

1959 hatte Jaeger-LeCoultre mit der Memovox Deep Sea die allererste Taucheruhr mit Alarmfunktion eingeführt, die in zwei Versionen erhältlich war: eine für europäische Taucher und eine für ihre amerikanischen Kollegen.

Die Geschichte der Memovox: Memovox Tribute to deep Sea

2011 führte die Manufaktur als Hommage an dieses historische Modell eine Neuauflage in limitierter Stückzahl ein, wie beim Original mit einer europäischen und einer amerikanischen Version. Das für Europa bestimmte Modell (959 Exemplare) besaß ein 40,5 mm großes Edelstahlgehäuse, wurde von dem Memovox Automatikkaliber 956 angetrieben und zeichnete sich durch sein schwarzes Zifferblatt aus. Das US-Modell hingegen (359 Exemplare) bestach durch ein schwarz/grau gehaltenes Zifferblatt mit der Signatur „LeCoultre“.

 

 

Master Memovox Boutique Edition

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Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums seiner Weckuhr mit Automatikwerk bot Jaeger-LeCoultre 2016 ein exklusives Modell in limitierter Auflage an, das nur in den Boutiquen erhältlich war. Inspiriert von dem Memovox „Snowdrop“ Modell aus den 1970er-Jahren, zeichnete sich die blaue Uhr im Vintage-Stil nicht nur durch ein besonders modernes Gehäuse und zeitgenössische Veredelungen aus, sondern wurde auch von dem Kaliber Jaeger-LeCoultre 956 angetrieben.

 

Jaeger-LeCoultre Polaris Memovox

2018 stellt die Grande Maison ihre neue Jaeger-LeCoultre Polaris Linie vor, deren Design von der Memovox Polaris aus dem Jahres 1968 inspiriert ist. In dieser Kollektion greift die Jaeger-LeCoultre Polaris Memovox das Erscheinungsbild sowie die Weckfunktion des Originalmodells auf, präsentiert aber ein überarbeitetes Gehäusedesign.

Jaeger-LeCoultre Memovox Polaris aktuelles Modell

Es erscheint anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Modells von 1968 in einer limitierten Auflage von 1.000 Exemplaren und wird Liebhaber exklusiver Objekte voller Geschichte begeistern. Seit 1950 können sich nur wenige Uhrwerke einer solchen Langlebigkeit rühmen, die einer grundlegenden Zuverlässigkeit in Kombination mit kontinuierlichen Optimierungen zu verdanken ist. Auch im Jahr 2018, also über sechzig Jahre nach ihrem Erscheinen, gibt die Memovox bei der Zeitanzeige noch immer den Ton an.

Alle bisher auf NeueUhren.de erschienenen Beiträge finden Sie unter diesem Link

Über die Manufaktur Jaeger-LeCoultre:

Die Manufaktur Jaeger-LeCoultre wurde 1833 im Vallée de Joux im Schweizer Jura gegründet. Seit dem ersten Tag wird jede Uhr – vom Uhrwerk bis zum Gehäuse – von unseren Uhrmachermeistern in der Manufaktur entwickelt, gefertigt und montiert. Dies erfordert ein außergewöhnliches Maß an Ideenreichtum, Entschlossenheit, Fleiß und Mut. Dabei ist es unerheblich, wie lange die Herstellung einer Uhr in Anspruch nimmt. Entscheidend ist ihre Beständigkeit. Das ist der Made of Makers Gedanke.

Seit ihrer Gründung hat die Maison mehr als 1200 Kaliber geschaffen, die heute in der Uhrenindustrie einen einzigartigen Ruf genießen. Ihre legendären Kollektionen, wie die Reverso, die 1931 aus der Art-Déco-Bewegung hervorging, die Master mit ihren klassischen und raffinierten, maskulinen Linien, oder auch die Atmos, die Pendeluhr mit einem nahezu ewigen Uhrwerk, bilden das Fundament der Manufaktur und die Zufriedenheit ihrer treuen Kunden

www.jaeger-lecoultre.com

 

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